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    MPU Fragen im psychologischen Gespräch

    Vorbereitung & Tipps für das Gutachter-Gespräch

    Die wichtigsten Fragen und wie du überzeugend antwortest

    Im Mittelpunkt der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) steht das psychologische Gespräch, das in der Regel 45 bis 60 Minuten dauert. Hierbei geht es dem Gutachter vor allem darum, zu sehen, ob sich dein Verhalten nachhaltig verändert hat. Das Hauptziel dieser Untersuchung ist es, deine Eignung für den Straßenverkehr einzuschätzen.

    Das Gespräch dreht sich um drei zentrale Fragen:

    1. Warum es zum Fehlverhalten kam.
    2. Ob du die Ursachen verstanden hast.
    3. Was du geändert hast, damit es nicht wieder passiert.

    Diese Fragen werden in der Regel über folgende Themenbereiche erarbeitet.

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    Deliktanalyse – Was ist passiert?

    Hier möchte der Gutachter genau verstehen, wie es zu deinem Fehlverhalten kam.

    Typische Fragen:

    • Was genau ist an dem Tag passiert?
    • War dir bewusst, dass du falsch handelst?
    • Was dachtest du damals – und was denkst du heute?

    Tipp: Zeige echte Einsicht und übernimm Verantwortung. Vermeide Verharmlosungen oder Schuldverschiebung.

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    Motive – Wie war dein Konsum vorher?

    Hier geht es darum deine Vorgeschichte zu verstehen, denn sie gibt Aufschluss darüber, warum sich dein Verhalten normalisiert hat. Falls du Alkohol oder Drogen konsumiert hast, prüft der Gutachter, welche Rolle Alkohol oder Drogen in deinem Leben gespielt haben.

    Typische Fragen:

    • Wie oft und in welchen Situationen hast du konsumiert/ dich so verhalten?
    • Gab es feste Muster (Partys, Stress)?
    • War dir klar, dass dein Verhalten problematisch war?
    • Welche Folgen hatte das für Alltag oder Arbeit?

    Tipp: Nur wer seine Motive ehrlich reflektiert, kann glaubhaft zeigen, dass er verstanden hat, warum es passiert ist.

    Lies auch: MPU Abstinenznachweis – wann er nötig ist und wann nicht

    3

    Umgang mit Stress & Belastungen

    Der Gutachter will wissen, wie du heute mit den Situationen umgehst, die dich zu deinem Fehlverhalten verleitet haben.

    Typische Fragen:

    • Wie bist du früher mit Stress umgegangen?
    • Wie reagierst du heute in schwierigen Situationen?

    Tipp: Allgemeine Aussagen wie „Ich habe weniger Stress" reichen nicht, denn es wird auch dann immer wieder Situationen geben, in denen es stressig wird. Es geht um konkrete Strategien, wie du mit stressigen Situationen umgehst und nicht wieder in Versuchung kommst, eine Gefahr für den Straßenverkehr zu sein.

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    Reflexion & Stabilisierung – Warum passiert es nicht wieder?

    Hier prüft der Gutachter, wie stabil diese Veränderung ist und ob du dich mit Risikosituationen auseinandergesetzt hast.

    Typische Fragen:

    • Welche Situationen könnten riskant für dich sein?
    • Was hält dich heute davon ab, rückfällig zu werden?
    • Wie hast du bereits bewiesen, dass du „Nein" sagen kannst?
    • Was würdest du tun, wenn Versuchung auftritt?

    Tipp: Zeige, dass deine Motivation aus innerer Überzeugung kommt – nicht nur wegen des Führerscheins.

    Erfolgsquote mit Vorbereitung deutlich höher

    Viele MPU-Kandidaten scheitern, weil sie das psychologische Gespräch unterschätzen oder unreflektiert in die Prüfung gehen. Eine gute Vorbereitung ist entscheidend, da die Erfolgsquote mit professioneller Vorbereitung auf bis zu 90 % steigt, während sie ohne Vorbereitung nur bei 30–40 % liegt.

    Bereite dich mit unserer App optimal vor

    Mit dem MPU Coach kannst du viele typische Fragen in der App erarbeiten, dein Verhalten reflektieren und deine Antworten strukturiert vorbereiten. Mit dem MPU Simulator kannst du dann deine Antworten testen. Unbegrenzt oft!

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