MPU: Was ist das?
Ablauf, Gründe & Vorbereitung einfach erklärt
Erfahre alles über die Medizinisch-Psychologische Untersuchung
Was ist die MPU?
Die MPU wird behördlich angeordnet, wenn ernsthafte Zweifel an der Fahreignung einer Person bestehen. Sie dient dazu, zu klären, ob jemand körperlich, geistig und charakterlich in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher im Straßenverkehr zu führen.
Daher: Wer aufgefallen ist, weil er sich selbst oder andere im Straßenverkehr gefährdet hat, muss in der MPU nachweisen, dass er künftig keine Gefahr mehr für die Verkehrssicherheit darstellt. Das kann nur, wer verstanden hat, dass er eine Gefahr war und wie er in diese Situation gekommen ist. Daher wird in der Begutachtung geprüft, ob eine Einsicht und eine nachhaltige Verhaltensänderung stattgefunden haben. Die Begutachtung selbst aber auch die Vorbereitung sind in der Regel mit hohen Kosten verbunden.
Weitere Details zu den Kosten der MPU findest du auf der Seite MPU Kosten.
Gründe für eine MPU: Wann wird eine MPU angeordnet?
Die Führerscheinstelle fordert eine MPU, wenn diese Zweifel an der Fahreignung bestehen. Die Gründe für die Anordnung einer MPU sind meist Alkohol, Drogen oder Verkehrsauffälligkeiten.
Alkohol
Eine MPU wird in der Regel angeordnet, wenn:
- Du mit einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von mindestens 1,1 ‰ am Straßenverkehr teilgenommen hast.
- Du außerhalb des Straßenverkehrs mit einem Alkoholwert von über 1,6 ‰ auffällig wurdest.
- Du während der Probezeit oder unter 21 Jahren mit mehr als 0,3 ‰ Alkohol am Steuer erwischt wurdest.
- Du wiederholt alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen hast, auch wenn der Wert unter 1,1 ‰ lag.
Drogen
Die MPU wird fällig, wenn:
- Du unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln am Straßenverkehr teilgenommen hast.
- Du außerhalb des Straßenverkehrs im Zusammenhang mit Drogenkonsum auffällig geworden bist.
- Du mit Drogen auffällig geworden bist, obwohl du noch keinen Führerschein besessen hast.
Verkehrsauffälligkeiten und Straftaten (Punkte in Flensburg)
Auch ohne Substanzprobleme kann eine MPU wegen auffälligen Fahrverhaltens gefordert werden:
- Durch wiederholte oder besonders schwere Verkehrsverstöße.
- Wenn häufig Punkte in Flensburg gesammelt wurden.
- Wenn du den Führerschein wegen rücksichtslosem, aggressivem oder gefährdendem Fahrverhalten abgeben musstest.
- Wenn du mehrfach wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis oder mit einem Fahrverbot angetroffen wurdest.
Wie läuft die MPU ab?
Die MPU ist ein diagnostischer Prozess, der aus 4 zentralen Punkten besteht und in der Regel 2 Stunden dauert:
1. Aktenanalyse
Die Untersuchung beginnt mit der Analyse der behördlichen Fragestellung und der zugrunde liegenden Akten. Dort ist beispielsweise beschrieben, was passiert ist, als du auffällig wurdest (z.B. ein Polizeibericht). Es ist ratsam, die eigene Akte vorher einzusehen, um sich gut vorzubereiten.
2. Medizinische Untersuchung
Anschließend folgt eine umfassende Erhebung medizinischer Daten:
- Medizinische Untersuchung: Hier wird überprüft, ob du nüchtern zum Termin erscheinst und ob Anzeichen für Entzugs- oder Missbrauchssymptome (z. B. auffällige Pupillenreaktionen) vorliegen. Es wird auch untersucht, ob früherer Konsum gesundheitliche Schäden verursacht hat oder körperliche Einschränkungen bestehen.
- Abstinenznachweise: Falls erforderlich, werden Abstinenznachweise ausgewertet. Achtung: In der Regel wird auch ein am Tag der Untersuchung ein Bluttest zur Analyse von Drogenrückständen und relevanten Leberwerten durchgeführt werden.
Weitere Details zu den Abstinenztests findest du auf der Seite In 8 Schritten zum Führerschein (Schritt 5: Abstinenznachweise).
3. Leistungstests (Reaktion und Konzentration)
Diese Tests, üblicherweise am Computer durchgeführt, sollen sicherstellen, dass unter Stress reagiert werden kann und du eine ausreichend schnelle Reaktion und Aufmerksamkeitsspanne verfügst, damit du sicher im Straßenverkehr teilnehmen kannst. Wenn du fit und ausgeschlafen zum Termin erscheinst und gesund bist, musst du normalerweise nicht dafür üben.
Typische Tests umfassen:
- Linienverfolgungstest (LVT): Prüft die visuell-räumliche Orientierung, Konzentration und Aufmerksamkeit, indem man eine Linie in einem verwirrenden Muster verfolgen muss.
- TAVT 2 (Test zur Erfassung der Verkehrswahrnehmung): Prüft die Fähigkeit, Verkehrssituationen schnell zu erfassen, Gefahrenquellen zu erkennen und Abstände einzuschätzen.
4. Das Psychologische Gespräch
Dies ist der Kern der MPU. In der Regel dauert das Gespräch 45–60 Minuten. Der Gutachter prüft, ob du glaubhaft darlegen kannst, dass die Verhaltensänderung nachhaltig ist.
Der Gutachter fragt:
- Warum es zum Fehlverhalten kam.
- Ob du die Ursachen verstanden hast.
- Was du geändert hast, damit es nicht wieder passiert.
Ziel des Gutachters ist es, sicherzustellen, dass du aus deinen Fehlern gelernt hast und dich langfristig sicher verhältst.
Das Gutachten
2-4 Wochen nach der Untersuchung erhältst du ein schriftliches Gutachten.
Ein positives Gutachten besagt, dass du wieder fahrtauglich bist, da die Ursachen des Fehlverhaltens erkannt und die Verhaltensänderungen stabil sind. Dieses Gutachten legst du der Fahrerlaubnisbehörde vor.
Ein negatives Gutachten bedeutet, dass die Zweifel an deiner Fahreignung nicht ausgeräumt werden konnten. Es zeigt dir auf, an welchen Aspekten noch gearbeitet werden sollte.